SQUATTERPUNK (ISKWATERPANGK)


Philippinen 2007, Regie u. Drehbuch: Khavn de la Cruz, Kamera: Albert Banzon, Schnitt Lawrence Ang, Ton/Musik: Khavn de la Cruz, 80  Minuten, Farbe/SW, Format: BetaSP, OmeU

squatterpunk2

Squatterpunk ist hundertprozentig Punk im Soundtrack. Der Film zeigt das Leben von Kindern und Jugndlichen in den Slums von Manila. Die armen Gemeinden in den Randgebieten der Stadt kommen kaum in Kontakt mit der philippinischen Gesetzgebung. Die Kamera folgt ihren Protagonisten dabei, wie sie versuchen, vom am Strand gesammelten Müll zu überleben und es dennoch schaffen, zu toben und zu spielen. Sie gibt schonungslose Blicke auf die sniffenden, sich selbstüberlassenden und dennoch sehr lebensfrohen Slumkinder.

Getrieben von laut pulsierender Punk-Musik ist der Film lebendig und witzig, wenn er eigentlich deprimieren sollte. Der Regisseur bringt uns die "No- future"- Achtziger mit ihrem authentischen Anarcho-Punk zurück. Bilder von Unruhen und Armut stehen im Gegensatz zu der lauten Punkmusik im Soundtrack des Films.

Genau das ist das Besondere an Squatterpunk. Er macht auf das Elend der philippinischen Gesellschaft nicht durch die Klischee-Bilder von weinenden Kinderaugen aufmerksam, sondern durch die Vitalität und Lebensfreude seiner Protagonisten. Schwimmen und Spielen in gammeligem Müll kann offensichtlich Spass bringen.

Khavn: Der Filmemacher Khavn gilt als das "Enfant terrible" des philippinischen Films und als der "Che Guevara of the digital revolution". Geboren 1973 in Manila als Khavn de la Cruz ist er sicher eines der gegenwärtig revolutionärsten Talente im philippinischen Kino heute und mit seiner Produktionsfirma Filmless Films einer der produktivsten Filmemacher der Philippinen. Zahlreiche No-Budget-Filme und Kurzfilme seit den 90er Jahren.

Filme (Auswahl): The Family That Eats Soil (2004), Waiting for a Superhero (2005), An Open Letter to all the Terrorists of the World (2006, KF).